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Reservierung

Chronik

Zum Schildfest am Tage der Aufhängung des Wirtshausschildes am 18.11.1789

"Der goldene Schwan" heißt nun dieses Haus.
Die Einfahrt hinten rein, der Eingang vorne raus.
An Zimmern Überfluß, ein Garten auch dabei,
ein Kegelspiel da schön, und Weine vielerlei.
Auch gut Bouteillenbier und das man nur will haben,
das steht gleich zu Befehl, sich dann damit zu laben.

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Sensible Sanierung und Nutzung eines der ältesten Erfurter Bürgerhäuser

Das heutige Gasthaus „Zum goldenen Schwan“ gehört mit seinen drei Gebäudeteilen zur ältesten und bedeutendsten profanen Bausubstanz der Landeshauptstadt. Umfangreiche baugeschichtliche und denkmalpflegerische Untersuchungen geben Auskunft über seine bewegte Geschichte.

Baugeschichte

Der älteste der drei Steinbauten wurde um 1200 errichtet. Von diesem Trakt sind heute noch Keller und Teile der Erdgeschosswand mit Portal erhalten. Präzise Erkenntnisse lieferten dendrochronologische Befunde. So konnte das Fälljahr des Türsturzes im Keller auf 1186 datiert werden.


Im 13. Jahrhundert kam es zum Anbau eines zweiten Steinhauses, das dritte kam Mitte des 14. Jahrhunderts hinzu.


Ein weitgreifender Umbau erfolgte im Jahr 1535. Dabei trug man das erste Steinhaus im Hof bis auf das Erdgeschoss ab, beseitigte die Straßenfassade des zweiten Hauses und errichtete über den beiden alten Gebäuden ein neues Haus mit Satteldach. Das entstandene Erscheinungsbild ist dann weitgehend erhalten geblieben. Besondere baugeschichtliche und künstlerische Bedeutung besitzen, neben der Mauersubstanz, den hölzernen Geschosseinbauten und Dachwerken, die Vorhangbogengewände der Fenster, zahlreiche Portale und ornamentale Wandfassungen. Eine während der jüngsten Bauphase gefundene Biereigenöffnung aus dieser Zeit weist darauf hin, dass der Eigentümer das Bierbraurecht innehatte.

Geschichtsträchtiges Gasthaus

Seit etwa 1775 wurden im „Goldenen Schwan“ Gäste beherbergt und bewirtet. Ende der 1980er Jahre musste diese Nutzung wegen fortschreitendem Gebäudeverfall aufgegeben werden. Über ein städtisches Notsanierungs-programm wurde das Gebäude Anfang der 1990er Jahre gesichert. Im Verlauf des folgenden Jahrzehnts scheiterten viele Versuche der Revitalisierung. Im Jahr 2002 erwarben die neuen Eigentümer dieses Einzeldenkmal. Innerhalb eines Jahres gelang es ihnen und dem Architekten unter bauhistorischer Begleitung von Fachleuten, dem Gebäude seine ursprüngliche Struktur und Nutzung als Gasthaus über zwei Etagen zurückzugeben.

Sanierung und denkmalgerechte Nutzung

In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Denkmalbehörden wurden alle relevanten Details umgesetzt.
Die Gasträume sind durch die spätmittelalterliche Konstruktion der Decken geprägt. Hohe Räume und sichtbare Deckenbalken, die auf Steinkonsolen aufliegen, sind sichtbare Merkmale. Im ersten Obergeschoss entstand ein Gesellschaftsraum mit einer rekonstruierten barocken Kassettendecke. Reste dieser Decke wurden über einem Balkenunterzug gefunden, der zu einem späteren Zeitpunkt zur Verstärkung der Decke zusätzlich eingebaut wurde.


Auf Übernutzung des im Wesentlichen aus mittelalterlicher Bausubstanz mit Renaissanceelementen bestehenden Gebäudes wurde bewusst verzichtet; unter anderem blieb der hohe dreigeschossige Dachstuhl unausgebaut.In dem mit dem städtischen Kulturhof „Krönbacken“ gemeinsam genutzten öffentlichen Hofbereich wurde ein Ergänzungsbau mit Toilettenanlage notwendig. Dieser ordnet sich als schlichtes, eingeschossiges Gebäude der historischen Architektur angenehm unter und rundet die Hofbebauung eines der interessantesten Innenhöfe der Erfurter Altstadt ab.


Bauherren und Architekten waren sich der Bedeutung des Gebäudes von vornherein bewusst und nahmen in der Planung, Ausführung und mit dem Bauablauf darauf Rücksicht. So konnten die baugeschichtlichen Erkenntnisse über das Haus durch eine bauarchäologische und eine Fassungsuntersuchung und -dokumentation vervollständigt werden. Die Herstellung eines ästhetisch anspruchsvollen Gesamtbildes war dem Eigentümer wichtiger als maximale Kostenreduzierung, so wurden die Vorhangbogenfenster zu ihrer ursprünglichen Gestalt vervollständigt und im inneren die historische Wandbemalung rekonstruiert.


Es ist gelungen, dieses bedeutende Kulturdenkmal, unter weitestgehender Beachtung aller bauhistorischen Gegebenheiten behutsam zu sanieren und einer angemessenen Nutzung zuzuführen.

 

Geiger Gaststätten GmbH | Zum Goldenen Schwan | Michaelisstraße 9 | 99084 Erfurt | Telefon:+49 361 2623742 | post@zum-goldenen-schwan.de

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